Der Turn und Sportverein Heiligkreuz

Die Chronik des TSV

 

Veröffentlichung im Trostberger Tagblatt:

Heiligkreuz. (Vor Gründung eines Sportvereins). Auf allgemeinen Wunsch findet am Freitag, den 17. April, um 19.30 Uhr, im Gasthaus Langer die Gründungsversammlung eines Turn- und Sportvereins statt. Alle Freunde, Interessenten und Gönner des Sportes sind dazu herzlich eingeladen. Der Vizepräsident des Landessportverbandes, Herr Dierl aus Traunstein, wird bei der Versammlung anwesend sein. Die Einladung geht von Bürgermeister Gröbner aus.

Das war im Jahr 1964. Die Gründungsversammlung am 17. 4. 1964 im Gasthaus Langer in Heiligkreuz fand regen Zuspruch. Anwesend waren 69 Personen. Nach der Wahl der Vorstandschaft war der TSV Heiligkreuz sozusagen geboren. Unter den Anwesenden befanden sich u. a. Bürgermeister Franz Gröbner, Pfrarrer Josef Hundsrucker, die Lehrer Eugen Wider, Maria Wider, Franziska Kaiser und Engelbert Hieret.

Zum Vorsitzenden wurde gewählt Johann Oberhofer, Wäschhausen, 2. Vorsitzender wurde Hauptlehrer Eugen Wider. In weiteren Funktionen: Georg Gröbner, Kaps (1. Kassenwart) und Josef Wolferstetter, Heiligkreuz (2. Kassenwart), Mattäus Heitzmannsberger, Günzelham (Schriftführer), Leonhard Hausner, Heiligkreuz (techn. Leiter).

Ausgehend von den vorhandenen Möglichkeiten wurden angeboten die Sportarten Fußball und Turnen. Später kamen dann die Skiabteilung (die einige Jahre später wieder aufgelöst worden ist), die Tennisabteilung und Stockschützenabteilung dazu.

Der Jahresbeitrag wurde festgesetzt auf 6,- DM für Erwachsene und 3,- DM für Kinder und Jugendliche.

Idealismus, Tatkraft und Weitblick der Verantwortlichen sorgte für eine stetige Aufwärtsentwicklung des Vereins.

In sportlicher Hinsicht entwickelte sich zudem eine rührige Abteilung der Wanderfreunde. Sie hielt sehr gut angenommene Wandertage ab. Später allerdings spaltete sie sich ab und bildete einen eigenen Verein.

Neben dem Sport gab es natürlich auch gesellige Veranstaltungen. Der jährliche Sportlerball im Fasching war ein beliebter Treff für die Jugend und die Junggebliebenen. Er brachte den Saal im Gasthaus Heiligkreuz zum Überlaufen und war außerdem eine gerngesehene Geldquelle für den Verein. Nach vielen Jahren erlahmte das Interesse, die Vergnügungsgewohnheiten der Jugend änderten sich und er findet nun nicht mehr statt.

Sehr bedeutend war das Jahr 1978. Am 30. 4., dem letzten Tag des Bestehens der Gemeinde Heiligkreuz, konnte die neu errichtete Turnhalle eingeweiht werden.

Sie bot und bietet nicht nur eine notwendige Ergänzung beim Schulsport, sie war in erster Linie eine großartige Leistung der Vorstandschaft und eine ebenso großartige Leistung der mitarbeitenden Vereinsmitglieder. Die vielseitigen Ehrungen bei der Einweihung waren eine kleine Anerkennung für das Erbrachte. Es war damals ein guter Entschluss der Vorstandschaft, diese Halle als Bauherr zu erstellen. Zuschüsse von vielen Seiten waren zwar ein guter Start, aber auch der Verein war gefordert durch Eigenmittel und - wie schon erwähnt- Eigenleistung, die Übernahme von Darlehensleistungen auf der Dauer von 30 Jahren und natürlich die Bestreitung der laufenden Kosten. Hierzu trägt allerdings die Stadt Trostberg als Rechtsnachfolgerin der vormaligen Gemeinde Heiligkreuz zwei Drittel der Betriebskosten. Aber nach wie vor besteht die seltene Konstellation, das eine derartige Einrichtung nicht einer Gebietskörperschaft, sondern einem Verein gehört. Da kann auch ein wenig Stolz mitschwingen. Vor allem aber auch hier die Anerkennung an die Personen, die als Vereinsmitglieder mit ihrem Beitrag die Finanzierung ermöglichen.

 

1980 schließlich folgte die Fertigstellung der Sportanlage Eglsee, bestehend aus Fußballplätzen, Tennisplätzen und Funktionsgebäude.

Im Keller des Funktionsgebäudes erhielt die Schützengesellschaft Purkering einen Schießstand. Die Aufteilung der Nutzung ist zwischen der Gebäudeeigentümerin, der Stadt Trostberg, und den Nutzern durch notariellen Vertrag geregelt.

Das Jahr 1980 war aber auch in anderer Hinsicht bedeutend. Herr Josef Echtler erklärte seine Absicht, nach 10 Jahren nicht wieder für das Amt des 1. Vorsitzender zur Verfügung zu stehen. Es war nicht möglich, in der Versammlung einen Nachfolger zu finden. Erst ei einer erneut angesetzten Versammlung ausschließlich für die Neuwahl konnte in Helmut Schwarz ein Nachfolger gefunden werden.

Im Jahr 1989 feierte der TSV Heiligkreuz sein 25-jähriges Bestehen. Dem Festabend im Gasthaus Purkering folgt dann am folgenden Sonntag der Festgottesdienst in der Pfarrkirche Heiligkreuz mit der Weihe der neu angeschafften Vereinsfahne.

Wurde das Funktionsgebäude noch errichtet von der Stadt Trostberg und dem TSV lediglich zur Nutzung überlassen, so wurde das nebenstehende Jugend- und Vereinsheim in den Jahren 1995/1996 aus Geldmitteln der Vereinsmitglieder errichtet und ist mit Recht ein Stolz des Vereins.

Nun hat der TSV Heiligkreuz fast 900 Mitglieder und ist eine wichtige Einrichtung in der Gemeinschaft im Bereich der ehemaligen Gemeinde Heiligkreuz. Seiner Satzung entsprechend wurde er gegründet zur Pflege, Erhaltung und Förderung des Turn- und Sportwesens, also für den sog. Breitensport. Das war in den vergangenen 36 Jahren seines Bestehens Augenmerk der Vereinsführung.

Für besondere Verdienste und Leistungen erhielten bisher drei Personen die Ehrenmitgliedschaft, nämlich der langjährigen Vorsitzende Josef Echtler, der Initiator und ehemalige Bürgermeister Franz Gröbner und Peter Drexler für eine ungewöhnlich große Zahl an absolvierte Fußballspielen. So könnte an sich jeder der drei Genannten als Beispiel dafür gesehen werden, was das Bestehen eines Vereins wie des TSV ausmacht, nämlich die Bereitschaft zur Übernahme einer Funktion als Ehrenamt, sei es nun in Vorstandschaft oder Abteilung, aber auch für das Interesse an sportlicher Betätigung an sich.

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